Wenn Bibelschulen mit Koranschulen gleichgesetzt werden
AEM-Vorsitzender: Evangelikale und Medien haben ein Kommunikationsproblem.
Rehe (idea) – Die kritische Berichterstattung der Medien über die evangelikale Bewegung ist auch auf ein Kommunikationsproblem zurückzuführen. Dieser Meinung ist der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), Missionsdirektor Detlef Blöcher (Sinsheim bei Heidelberg). In den Fernseh- und Radiosendungen sowie Zeitungsberichten der vergangenen Monate war den Evangelikalen wiederholt Fundamentalismus vorgeworfen worden. Manche Medien rückten deren Missionare in die Nähe von islamischen Selbstmordattentätern. In seinem Jahresbericht für die Mitgliederversammlung der AEM, die vom 2. bis 4. März in Rehe (Westerwald) tagte, geht Blöcher auf diese Beiträge ein. Sie verdeutlichten zum einen „die tiefe theologische Unkenntnis von vielen Journalisten über die biblischen Glaubensaussagen". Andererseits seien die Internetseiten und Magazine der evangelikalen Werke vor allem für die Unterstützer in den eigenen Reihen formuliert. Die Texte würden aber auch von säkularen Bürgern und Journalisten gelesen, die diese theologische Fachsprache nicht verstünden oder falsch interpretierten. Von diesen werde christliche Mission als „unsensibles Aufdrängen einer anderen Religion" sowie als „Imperialismus und Überrest der Kolonialzeit" verstanden. Wiedergeburt werde „mit hinduistischer Reinkarnation verwechselt, Bibelschulen mit Koranschulen gleichgesetzt, geistlicher Kampf als Gewaltanwendung missverstanden". Dabei sei dahingestellt, ob es sich um böswillige Verdrehungen oder tatsächliche Missverständnisse handele. „Fakt bleibt, dass wir heute sehr sorgfältig kommunizieren und die Begriffsbildung und das Empfinden Andersdenkender berücksichtigen müssen, damit unsere Botschaft tatsächlich ankommt", so der AEM-Vorsitzende.